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Moonrise Kingdom

 

Moonrise Kingdom: Überaus berührende satirische Komödie über eine Vergänglichkeit – die erste grosse Liebe (Trailer und Filmkritik)

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Inhalt: Eine Insel in Neuengland 1964, abgeschirmt von der Aussenwelt, ist im Ausnahmezustand, seit der Pfadfinder Sam (Jared Gilman) und Suzy (Kara Haywad) ausgerissen sind. Vom Sheriff (Bruce Willis), dem Pfadiführer (Edward Norton) und Suzys Eltern (Frances MacDormand und Bill Murray) gesucht, entpuppt sich das Kollektiv an verspielt-verrückten Menschen als ein Durcheinander von Familiendynamik, Pflichtbewusstsein, Ehekrise und Einsamkeit. Wovon das Teenagerpärchen jedoch herzlich wenig mitbekommt, zelebrieren Sam und Suzy den Aufbruch der sechziger Jahre in einem Vakuum  von Hoffnung, Idealismus und einem Chanson von Françoise Hardy.

Kritik:Wie viel oder wie wenig man von Wes Andersons Kabinettstücken hält, ist Geschmackssache. Anderson bleibt stets seinem Wesen treu, und produziert seit mehr als fünfzehn Jahren kunstvolle Filme, die Fantasie und Alltagsstudie vereinen. Angefangen mit „Bottle Rocket“ perfektionierte er über sechs Filme hinweg (darunter „The Royal Tenenbaums“ und „The Darjeeling Limited“) den Peter Pan-Komplex, der seine erwachsenen Figuren peinigt, während seine jungen Protagonisten an Frühreife leiden. Wie ein entfernter, zahmer Cousin Quentin Tarantinos ist Anderson ein Filmfreak höchster Güte, und das historische Setting bietet ihm nun beinah offiziell die Chance, seinen Helden der sechziger und siebziger Jahre Referenz zu erweisen. Ausstattung und Kameraarbeit erinnern an Truffaut, Malle, Ashby, Nichols und Altman. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass Francis Ford Coppolas Sohn Roman am Drehbuch mitgeschrieben hat. Atypisch eingesetzt fühlen sich die illustren Stars unter Andersons Führung sichtlich wohl, und geben sich dieser exzentrischen Inszenierung mit Herz und Seele hin. Der einzige Kritikpunkt an „Moonrise Kingdom“ ist gleichzeitig auch dessen grösste Tugend. Etwas weniger Skurrilität hätte dem emotionalen Gewicht der Liebesgeschichte gut getan.

Fazit: Wes Anderson präsentiert erneut eine wundervoll leichtfüssige Aneinanderreihung von Momentaufnahmen, mit einer Parade von erfrischenden Darbietungen, allen voran Norton und Willis. Stellenweise etwas repetitiv in seinem schrägen Charme, bleibt „Moonrise Kingdom“ letztlich ungemein berührend, reflektiert es doch eines der grössten Königreiche der Vergänglichkeit: Jenes der ersten grossen Liebe.
 

Serge Zehnder

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Moonrise Kingdom / Satirische Komödie / Regie: Wes Anderson / USA 2012 / mit: Bruce Willis, Bill Murray, Edward Norton, Tilda Swinton, Frances McDormand, Jason Schwartzman u.a. / Verleih: Ascot-Elite Entertainment Group / 93 Minuten / Kinostart: 24. Mai 2012

Eure Kommentare

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lyraba 15.09.2012 20:39
Edward Norton in einer komischen Pfadifuehrerrplle, Bruce hatte schon bessere Rollen und allgemein ist die Geschichte etwas schwerfaellig.Das ganze ist doch sehr eigen und strange..wer`s mag :)